Vom Wollen oder Können

08:29:03 12.11.2020 geposted von Verkauf Schweiz, Stefano Farro um 08:29:03 12.11.2020
Vom Wollen oder Können

Fachkräftemangel, dieses Thema wurde an dieser Stelle schon oft angesprochen und beschrieben. Diese Botschaft transportieren die Medien Tag für Tag und die betroffenen Firmen spüren die Einschränkungen zum Teil sehr real.
Text: Bernhard Roth

Manche Personalvakanz lässt sich nur schwer schliessen, wer will schon Kompromisse eingehen oder als „Königsmacher“ (jemanden eine echte Chance geben) herhalten, was im schlimmsten Fall zu verlorenen Aufträgen, weniger Kunden und Umsatzeinbussen oder schlecht funktionierenden Teams führen kann? Gleichzeitig schläft die Konkurrenz bekanntermassen niemals, der Wettbewerbsdruck ist hoch. Heutzutage müssen die meisten Firmen daher Zugeständnisse machen, um qualifizierte Bewerber anzuwerben und auch halten zu können. Was tun um Mitarbeiter, selbstverständlich sind auch alle Mitarbeiterinnen damit gemeint, bei Laune zu halten? Wo lohnt es sich in die Ressource Mensch zu investieren und wo sind alle Bemühungen eventuell vergebens oder sogar kontraproduktiv?

Vielleicht zeigt ein kleiner Vergleich, natürlich nicht abschliessend und ausschliesslich einen Weg auf, die Fragen zu beantworten. Ich spreche von Können/Wollen-Profil oder von der Motivation. Haben Sie sich auch schon die Frage gestellt, ob Ihr Personal „Will“ (Leistung/Einsatz/Eigenantrieb etc.) aber nicht „Kann“ oder umgekehrt, also „Kann“, aber nicht „Will“?

Tönt alles etwas kompliziert, aber versuchen Sie sich trotzdem mal in der ehrlichen Beantwortung dieser Frage. Vielleicht ein paar kurze Erklärungen zu den Unterschieden in der Motivation und auch der Hinweis, dass viele Menschen das gleiche „TUN“, aber aus unterschiedlichsten Gründen, und dies ist der interessanteste Punkt.

Extrinsische Motivation oder die 'äussere' Motivation

So lassen sich grosse wie kleine Unternehmen einiges einfallen, damit gute Mitarbeiter möglichst dauerhaft angestellt (und motiviert) bleiben. Oftmals locken äussere Anreize das betreffende Fachpersonal in ein Unternehmen. Dies ist jedoch nur der erste Schritt, denn der Wunsch dauerhaft zu bleiben entwickelt sich meist nur wenn eine persönliche Bindung aufgrund von innerer Motivatoren aufgebaut wird. Sicher stellt eine regelmässige Gehaltserhöhung, ein toller Positionstitel, ein Firmenwagen oder das bezahlte ÖV-Ticket einen tollen Anreiz dar. Auch der eigene Parkplatz, bezahlte Überstunden und das Tablet für unterwegs sind schicke Ideen. Am Ende wird jedoch nur noch gearbeitet, um die eigenen Finanzen auf diese Weise zu verbessern und noch mehr Belohnungen zu kassieren. Interessanterweise führt eine solche Arbeitsmotivation, die nur von aussen kommt, zu nachlassenden Qualitäten; sei es bei den Ergebnissen der Arbeit, bei Themen wie Pünktlichkeit und Pausenlänge oder allgemein beim Engagement.

Die innere Motivation oder die 'freigewählte' Motivation

Dieser extrinsische Anreiz steht der intrinsischen Motivation gegenüber: Die Arbeit wird um ihrer selbst Willen erledigt. Der Mitarbeiter ist innerlich und damit emotional stark an seinen Aufgaben beteiligt und baut sich auch an diesen fortlaufend auf. Er möchte gute Ergebnisse erzielen, weil es ihm Freude macht, nicht, weil eine Belohnung vonseiten des Unternehmens winkt. Diese ist willkommen, dennoch wäre der Einsatz kaum geringer, wenn es sie nicht gäbe. Ein Lob zur rechten Zeit wird gern gehört, dennoch wurde der Job angetreten, weil die Arbeit eine hohe Zufriedenheit oder Wertschätzung verspricht. Ein solcher Mitarbeiter geht selten in die innere Kündigung und ist leicht für Neues und für anspruchsvolle Tätigkeiten zu begeistern.

Doch auch diese Mitarbeiter lassen sich natürlich gern verwöhnen, um es etwas überspitzt auszudrücken. Schliesslich ist ein Jobverhältnis zunächst geprägt durch den Austausch von Leistung und Geld. Doch wo Unzufriedenheit oder Abwanderung droht, muss sich jeder Arbeitgeber etwas einfallen lassen, um den Anreiz zum Bleiben oder zur bestmöglichen Leistungsbereitschaft zu erhöhen. Es gibt heute verschiedenste Tools um die Motivationsfaktoren der Ressource Mensch zu erkennen. Die einfachste Methode ist sicher aber auch heute noch gültig; sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern, fördern Sie Ihre Mitarbeiter, aber fordern Sie auch Ihren Mitarbeiter eine entsprechende Leistung und Einstellung ab.

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch einen meiner liebsten „Sprüche“ als Anregung mitgeben:

"Je härter die Zeiten, desto weichere Faktoren spielen eine Rolle!"

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Ressource Mensch viel Erfolg und Motivation.

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Bernhard RothBernhard Roth ist Inhaber der Argynis Luzern GmbH​​​​​ und Partner der neuen Expertenplattform des Verband Verkauf Schweiz. Er widmet sich mit seinem Unternehmen ganz der 'Ressource Mensch'. Mit viel Leidenschaft begleitet er Menschen und Firmen in verschiedenen Veränderungs- und Entwicklugsprozessen. Und für uns ist er als Experte im Einsatz.
 

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