Mitarbeiterbindung als Erfolgsfaktor!

16:55:53 19.03.2018 geposted von Verkauf Schweiz, Stefano Farro um 16:55:53 19.03.2018
Mitarbeiterbindung als Erfolgsfaktor!

von Bernhard Roth:

Umfragen zum Thema oder bei Diskussionen unter Berufskollegen zeigen oft ein alarmierendes Bild der Zustände in Unternehmen und Firmen: Die Mehrheit der Arbeitnehmer leistet nur Dienst nach Vorschrift. Ein nicht zu unterschätzender Teil hat bereits innerlich gekündigt und wartet nur auf eine passende Gelegenheit, um den Job hinter sich zu lassen und bei einem neuen Arbeitgeber anzuheuern. Kommt Ihnen dies bekannt vor? Herrscht in Ihrem Unternehmen oder Firma auch eine hohe Fluktuation oder kündigen Mitarbeiter oder Kollegen am laufenden Band?

Ein wirkliches Team, das aufeinander eingespielt ist, kann auf diese Weise nie entstehen. Der Mitarbeiterschwund führt aber nicht nur dazu, dass die Leistung des gesamten Unternehmens sinkt, sondern auch dazu, dass die verbleibenden Mitarbeiter verunsichert und demotiviert werden. Schnell kommen Zweifel, ob man selbst bleiben soll, wo doch alle anderen gehen oder „auf dem Sprung“ sind. Aber woran liegt das? Ein möglicher Grund für den Mitarbeiterschwund könnte die fehlende „emotionale Bindung“ oder die schwache „Identifikation“ der Mitarbeiter an ihren Arbeitgeber sein. Woran erkennen Sie die Warnsignale sowie vielleicht ein paar Tipps zum Ausbau der Mitarbeiterbeziehungen.

Fehlende emotionale Bindung

Was machen wir bloss falsch? - diese Frage schwirrt Chefs oder Personalverantwortlichen in einer solchen Situation oft durch den Kopf. Wochen- oder monatelang wurde nach einem passenden Kandidaten gesucht. Doch kaum hat er einige Monate im Unternehmen verbracht, ist er auch schon wieder weg.

Chefs oder Personaler beschäftigen sich damit, kompetente und qualifizierte Mitarbeiter zu finden, die zum Unternehmen passen. Das ist alleine schon eine enorme Herausforderung. Doch es ist nur der Anfang, denn qualifizierte Mitarbeiter zu finden reicht nicht oder spitz gesagt nicht mehr. Man muss es auch schaffen diese zu halten und auch wenn möglich langfristig an sich zu binden. Der Arbeitsmarkt ist hart umkämpft. Die Konkurrenz lauert sicherlich schon mit einem guten Angebot und leckt sich bereits die Finger nach den Spitzenkräften der Wettbewerber. Vorgesetzte sollten sich also fragen: Sind meine Mitarbeiter zufrieden? Fühlen Sie sich wohl? Tue ich etwas um die angesprochene Bindung zu fördern?

Die häufigsten Warnzeichen für eine innere Kündigung:

- Die Fehlzeiten in Ihrem Team sind gestiegen. Unzufriedene Mitarbeiter fehlen im Schnitt mehrere Tage mehr als ihre zufriedenenKollegen.
- Die Qualität der Leistung sinkt. Ihre Mitarbeiter geben sich keine Mühe mehr über sich selbst hinauszuwachsen oder sich und IhreLeistung zu hinterfragen. Sie können eine Egal- oder „Dienst nach Vorschrift“ Haltung feststellen.
- Das Engagement oder das Feuer ist zurückgegangen. Ihre Mitarbeiter bringen sich nicht mehr aktiv mit eigenen Ideen ein. Siespüren keine Begeisterung mehr und das „WIR“ Gefühl“ ist nicht mehr deutlich zu erkennen.
- Reduktion der Kommunikation auf Nötigste und Rückzug nur noch ins private.

Die Merkmale liessen sich beliebig erweitern.

Wie erreicht man emotionale Bindung?

Wie kann man einer solchen Entwicklung entgegen wirken und mehr emotionale Bindung bei den Mitarbeitern erreichen? Wollen Sie einen Mitarbeiter nachhaltig emotional binden, sollten folgende Voraussetzungen gegeben oder zu beachten sein:

- Der Mitarbeiter muss das Gefühl haben, dass seine Meinung zählt und er ernst genommen wird.
- Der Mitarbeiter muss das Gefühl haben, dass seine Ziele mit den Zielen des Unternehmens übereinstimmen. Dafür muss er aber auch die Ziele des Unternehmens (er-) kennen. Zusammen erarbeitete Zielvereinbarungen sind angesagt!
- Der Mitarbeiter muss das Gefühl haben, dass seine Arbeit wertgeschätzt wird oder seine Fortschritte bemerkt werden. Also nichts ist selbstverständlich und ein Selbstläufer. Stichwort Anerkennung!
- Der Mitarbeiter muss das Gefühl haben, dass er sich weiterentwickeln kann. Stichwort Karriereplanung oder Entwicklungsmöglichkeiten

Ein paar Inputs für Unternehmen, die Loyalität zu steigern

- Bieten Sie Ihren Mitarbeitern sowohl regelmässige Schulungen als auch echte Aufstiegsmöglichkeiten. Ohne Perspektiven hilft auch die beste Atmosphäre auf Dauer nicht weiter. Zeigen Sie sich offen für Weiterbildungswünsche und unterstützen Sie diese im Rahmen der firmeninternen Möglichkeiten, auch finanziell. Es gibt immer Lösungen zum Wohle beider Partner.
- Angebote zur Kinderbetreuung oder für die Arbeit im Home Office sind für „Young Professionals“ – aber auch andere Mitarbeiter – in der Regel hoch attraktiv.
- Nutzen Sie das Corporate Blog und die sozialen Netzwerke, um Einblicke in Ihr Unternehmen und den Arbeitsalltag zu ermöglichen. Lassen Sie im Blog oder in den anderen Kanälen auch Mitarbeiter zu „Wort oder ins Bild“ kommen und deren Geschichten und Erfahrungen mit „Fans und Kunden“ teilen.
- Mitarbeiterausflüge und Firmenfeiern sind für das Zusammengehörigkeitsgefühl wichtig. Einen positiven Effekt erzielen solche Veranstaltungen jedoch nur, wenn die Atmosphäre entspannt ist und das Programm genug Freiraum für Austausch in gemütlicher Runde lässt. Manchmal ist weniger oder einfacher mehr, dafür ehrlicher.
- Richten Sie klare Ansprechpartner für die verschiedenen Bereiche ein und sorgen Sie dafür, dass die Hürde für die Kontaktaufnahme mit diesen Mitarbeiter so niedrig oder so pragmatisch wie möglich ist.
- Scheuen Sie sich nicht fachmännischen Rat einzuholen, er geht ja schliesslich um die wichtigste Ressource Mensch.

Was können Sie als Chef dazu beitragen?

Der Vorgesetzte verkörpert das Unternehmen und steht den Mitarbeitern gegenüber als Vorbild die Werte und Normen ein, die dort gelten und demonstriert werden. Der Chef ist auch einer der wichtigsten Faktoren für die Zufriedenheit der Arbeitnehmer und deren emotionalen Bindung an das Unternehmen. Eine gute Beziehung zwischen Chef und Mitarbeiter kann die Basis für eine langfristige Zusammenarbeit sein. Worauf es dabei ankommt und wie Sie direkt als Vorgesetzter dazu beitragen können, den Mitarbeiterschwund in Unternehmen zu bremsen.

Betrachten Sie die Einzelperson

Widmen Sie jedem Ihrer Mitarbeiter Zeit und Aufmerksamkeit. In Ihrem Team befinden sich unterschiedliche Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Der eine Mitarbeiter braucht seinen Freiraum und hasst zu viel Kontrolle, während ein anderer manchmal einen Tritt in den Allerwertesten gut gebrauchen kann.

Schaffen Sie eine Vertrauensbasis

Nur wenn Ihre Mitarbeiter Ihnen Vertrauen, werden sie Sie bei Schwierigkeiten und Problemen zurate ziehen. Vertrauen ist ein wechselseitiges Verhältnis. Als Vorgesetzter ist es an Ihnen den ersten Schritt zu tun. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern Vertrauen, indem Sie ihnen verantwortungsvolle und den Fähigkeiten entsprechende Aufgaben übertragen. Teilen Sie wichtige Informationen mit Ihnen. Damit sagen Sie: Ich vertraue dir, dass du sorgsam mit dieser Information umgehen wirst. Das Vertrauen, das Sie in Ihre Mitarbeiter setzen, werden Sie von ihnen zurückbekommen.

Lernen Sie Ihre Mitarbeiter kennen

Zeigen Sie Interesse an Ihren Mitarbeitern. Wer ist das? Was hat die Person für Interessen? Eine tiefgehende Freundschaft wird sich oder muss sich nicht entwickeln. Das ist auch gar nicht notwendig, doch mit Ihrem Interesse vermitteln Sie Ihren Mitarbeiter ein gutes Gefühl. Beispielsweise bietet es sich an über unverfängliche Themen, wie Hobbys oder den Urlaub, oder über etwas Aktuelles zu sprechen.

Nehmen Sie die Meinung Ihrer Mitarbeiter ernst

Nichts schmerzt einen im Job so sehr, wie nicht für voll genommen zu werden. Besonders Berufseinsteiger leiden darunter, wenn der Chef nichts auf ihre Meinung gibt. Ermuntern Sie stattdessen jeden im Team sich einzubringen. Doch dafür muss eine Atmosphäre herrschen, in der jeder das Gefühl hat, sich mit Vorschlägen und Innovationen einbringen zu können, ohne verurteilt oder lächerlich gemacht zu werden zu werden.

Binden Sie Ihre Mitarbeiter in Entscheidungen mit ein

Wie soll ein Mitarbeiter sich mit einem Unternehmen identifizieren, das nur von oben herab entscheidet? Der Mitarbeiter hat das Gefühl aussen vor zu stehen und nicht Teil des Ganzen zu sein. Geben Sie Ihren Mitarbeitern die Chance mitzugestalten. Dann werden diese die Entscheidungen auch mittragen.

Geben Sie Feedback

Ihre Mitarbeiter wollen wissen, wo sie stehen. Loben Sie gute Leistungen. Erkennen Sie Fortschritte an und zeigen Sie Verbesserungspotenzial auf. Seien Sie dabei klar und konstruktiv. Vermeiden sollten Sie jedoch Ausschläge ins Extreme. Sie sollten Ihre Mitarbeiter weder über die Massen loben, noch kritisieren. Achten Sie vor allem darauf, Feedback in regelmässigen Zeitabständen zu geben. So werden Fortschritte besser sichtbar.

Hören Sie zu

Die Fähigkeit zuzuhören ist für jede Beziehung essentiell. Zuhören geht mit der Fähigkeit, die eigene Meinung zurückzustellen, einher. In dem Moment, in dem Sie zuhören, geht es nicht um Sie, sondern um Ihr Gegenüber. Das zu akzeptieren fällt vielen Menschen, vor allem Vorgesetzten, sehr schwer. Doch ein guter Zuhörer lässt sein Gegenüber ausreden, wertet nicht und versucht zu verstehen. Empathie ist gefragt. Damit zeigen Sie, dass es Ihnen wichtig ist, was Ihre Mitarbeiter zu sagen haben.

Bernhard Roth
argynis.ch um die Ressource Mensch