K├╝ndigungsschutz bei Krankheit und Unfall- Arbeitnehmer

14:51:19 14.03.2018 geposted von Verkauf Schweiz, Stefano Farro um 14:51:19 14.03.2018
Kündigungsschutz bei Krankheit und Unfall- Arbeitnehmer

Lead: Sind Sie wegen Krankheit oder Unfall arbeitsunfähig? Dann geniessen Sie für eine bestimmte Dauer einen Kündigungsschutz. Während dieser Dauer kann der Arbeitgeber Ihnen nicht kündigen.

Die Voraussetzungen für den Kündigungsschutz: 

• Ihre Probezeit ist abgelaufen.

• Ihr Arbeitgeber hat gekündigt. Es ist also nicht so, dass Sie gekündigt haben, oder dass Sie einem Aufhebungsvertrag zugestimmt haben.

• Falls Sie gekündigt haben oder falls Sie einem Aufhebungsvertrag zugestimmt haben, besteht nur ausnahmsweise ein Kündigungsschutz. Nämlich falls Sie Ihre Kündigung oder Ihre Zustimmung auf Druck des Arbeitgebers gemacht haben.

• Es geht wirklich um eine Kündigung. Und nicht darum, dass Ihr Vertrag befristet ist und nun wegen Fristablauf endet.

• Es ist nicht eine fristlose Kündigung.

• Sie sind nicht selber schuld an Ihrer Arbeitsverhinderung.

Die Dauer des Kündigungsschutzes:

• Im 1. Dienstjahr 30 Tage

• Im 2. bis und mit 5. Dienstjahr 90 Tage

• Ab dem 6. Dienstjahr 180 Tage

Wenn die Sperrfrist abgelaufen ist, geniessen Sie keinen Kündigungsschutz mehr. Dies gilt auch dann, wenn Sie immer noch krank sind.

Die Rechtsfolgen des Kündigungsschutzes: 

• Wenn Ihr Arbeitgeber während der Sperrfrist kündigt, ist die Kündigung nichtig. Massgebend ist der Zeitpunkt, in dem die Kündigung bei Ihnen eintrifft. Ihr Arbeitgeber müsste somit nach Ablauf des Kündigungsschutzes erneut kündigen.

• Wenn Sie die Kündigung erhalten, solange Sie noch arbeitsfähig sind, ist sie gültig. Wenn Sie danach arbeitsunfähig werden, so unterbricht dies die Kündigungsfrist. Aber nur wenn die Sperrfrist mit der Kündigungsfrist zusammenfällt. Ob dies zutrifft, ist ab dem Vertragsende durch Rückwärtsrechnung zu bestimmen.

• Wenn die Kündigungsfrist unterbrochen wird, verschiebt sich die Wirkung der Kündigung auf später. Und zwar jeweils auf ein Monatsende. Wenn in dieser Verlängerung erneut eine Arbeitsunfähigkeit eintritt, bewirkt dies keine neue oder fortzusetzende Sperrfrist.

Berechnung der Sperrfrist: 

• Die Berechnung betrifft Kalendertage, nicht Arbeitstage.

• Wenn Sie nur teilweise arbeitsunfähig sind, ist die Sperrfrist gleich lang wie bei voller Arbeitsunfähigkeit. Es bewirkt als keine proportionale Verlängerung der Sperrfrist.

• Jede neue Arbeitsunfähigkeit löst eine neue Sperrfrist aus.

Der Wechsel 1./2. oder 5./6. Dienstjahr: 

• Es gilt die längere Sperrfrist des 2. bzw. 6. Dienstjahres

• Die längere Sperrfrist wird verkürzt um deren bereits im Vorjahr abgelaufenen Anteil

Arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit

Wenn Sie arbeitsplatzbezogen arbeitsunfähig sind (Sie können nur an der angestammten Stelle nicht arbeiten, beispielsweise wegen Arbeitplatzkonflikt bzw. Mobbing), gilt der zeitliche Kündigungsschutz gemäss herrschender Lehre und neuster Rechtsprechung nicht.